Wurmkur ja, aber wann?

Neulich beim Tierarzt in Güstrow saßen wir im Wartezimmer, weil wir unseren Hund Rudi impfen lassen wollten. An der Tür des Behandlungszimmers hing ein großes und unübersehbares Poster, auf dem stand:

„Beim Rausgehen die leckere Wurmkur nicht vergessen!“

  1. Das Wort Wurmkur suggeriert uns etwas Positives; eine Kur machen.
  2. Die Wurmkur ist ein Medikament, das Leben tötet. Es ist  nicht lecker und es ist schädlich.

Fazit: Reine Werbung zum Zwecke des Geld-Verdienens!

Im Behandlungsraum wurde nebst einem Gesundheitscheck bei Rudi dann auch die Impfung gesetzt. Das Serum hat noch nicht komplett die Kanüle verlassen, da kam schon die Anweisung, dass im Zuge der Impfung ja auch gleichzeitig wieder eine Wurmkur fällig wäre und die Frage wann denn die Letzte stattgefunden hat. Unsere Antwort darauf war: „Wir können uns daran nicht erinnern und Rudi bekommt auch keine Wurmkur!“ Entsetzen in den Augen der Tierärztin, die dann sofort an das nicht vorhandene Verantwortungsbewusstsein der Hundehalter abzielte. Es folgten belehrende und drohende Aussagen. Das gipfelte in der Äußerung, dass sie sich das notieren würde, ähnlich  eines Eintrages ins deutsche Hundehalter-Strafregister. Wir entgegneten, dass sie gar nicht wissen könne, ob Rudi Würmer hat, denn ohne Kotprobe ist das schlichtweg reine Mutmaßung, und trotz dieses Nicht-Wissens, und, das ist das Entscheidende, als Prävention, will sie dieses schädliche Medikament verkaufen und geht gleichzeitig davon aus, dass man es dem Hund ohne drüber nachzudenken, verabreichen würde….

Unsere Empfehlung: Als Hundebesitzer sollten Sie erst komplett ausschließen, dass Ihr Hund Würmer/ Wurmlarven hat, bevor Sie ihm eine Wurm“Kur“ verabreichen! Es ist kein Präventions-Medikament. Es ist Gift für den Wurm und ebenso für Ihren Hund.

Anzeichen für einen Wurmbefall sind:

  • aufgeblähter und harter Bauch
  • der Hund erbricht Würmer
  • der Hund leckt sich vermehrt am Hintern bzw. rutscht auf diesem herum, wie beim Schlittenfahren (Achtung! Das tun sie aber auch, wenn sie den Analbeutel nicht selbständig leeren können oder Kotreste den Hintern verschmutzen.)
  • im Kot finden sich Würmer bzw. dem Hund kriechen die Würmer aus dem After
  • der positive Befund einer Kotprobe

Die Verabreichung eines Parasitenmittels ist nun und nur dann unumgänglich!

Bei Welpen bzw. tragenden und säugenden Hündinnen ist das Wurm-Risiko besonders hoch. Wichtig zu wissen ist auch, dass es verschiedene Arten von Würmern gibt. Der Spulwurm kommt am häufigsten vor.

Wie bekommt ein Hund Würmer?

  • durch das Fressen anderer Tiere wie bsw. Mäuse, Ratten oder Vögel, denn diese sind Wurmwirtträger
  • durch das Fressen von Kotrückständen wie z.B. vom Fuchs, der Katze oder anderen Wildtieren
  • durch Flöhe (Wurmwirtträger), was die häufigste Ursache sein dürfte, da unsere Vierbeiner domestiziert sind und kaum noch jagen bzw. Wildtiere erlegen bzw. mit solchen in Kontakt kommen können

Was können Sie tun, um einen Wurmbefall zu verhindern?

  • Ernähren Sie Ihren Hund artgerecht. Artgerecht bedeutet: Füttern Sie rohes Fleisch!

Warum ist das so einfach?

  • Ein Hund besitzt eine Magensäure, die um ein Mehrfaches saurer wie die vom Menschen ist. Das rohe Fleisch regt die Produktion eben dieser Magensäure an. Ist der Säuregehalt sehr hoch, wird alles zersetzt, was in den Magen gelangt, u.a. der Floh samt Wurmlarve usw. Das ist auch ein Grund dafür, dass ein Hund angegammeltes Fleisch oder Knochen fressen und ohne Probleme verdauen kann, welche er drei Wochen zuvor in der Erde verbuddelt hat.
  • Würmer verbreiten sich über den Magen in alle Organe des Hundes. Aus diesem Grund ist die Ernährung so wichtig. Bei jedem Wildtier in freier Natur funktioniert dieses naturgegebene System auch ohne Wurm“Kuren“.
  • Bei unseren Haushunden hingegen ist es leider so, dass sie vorwiegend mit Fertigfutter ernährt werden, die Magensäure somit nicht den Säuregehalt hat, die sie haben müsste, und damit bei tatsächlichem Wurmbefall die Würmer ohne Medikamente nicht abgetötet werden können.

In weiteren Beiträgen werden wir auch noch ausführlicher zu Themen wie richtige Ernährung, Impfen und Parasitenschutz bzw. -vorbeugung eingehen.


 
Nur eines noch: Berücksichtigen Sie bitte, dass Tierärzte UND die Pharmaindustrie in erster Linie Geld verdienen wollen und das schaffen sie auch, wenn sie sich ihre Patienten erziehen/züchten und dabei das Risiko eingehen, dass die Tiere krank werden (gilt übrigens nicht nur für die Veterinärmedizin)! Haben Sie schon einmal erlebt, dass Ihr Tierarzt Sie über die Nebenwirkungen der Wurm“Kur“ aufgeklärt hat? Natürlich gibt es Ausnahmen, aber das sind die Nadeln im Heuhaufen. Praxen, Mitarbeiter, Geräte, Ärzte, Verwaltungen usw. müssen bezahlt werden.
Umso wichtiger ist es, dass Sie sich als Tierbesitzer informieren, Aussagen kritisch hinterfragen, logisch denken und handeln und Notwendigkeiten stichhaltig erklären lassen. Sprechen Sie mit dem Tierarzt über Alternativen und vor allem lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen einreden oder zu Behandlungen überreden, von denen Sie nicht restlos überzeugt sind, dass sie Ihrem Tier gar nicht helfen bzw. deren Notwendigkeit nicht auch tatsächlich gegeben ist.
 

Es ist Ihr Tier und Sie entscheiden für Ihr Tier!!!

 
 

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